Unser Netzwerk

Besucher

378677

Die Yasuní-ITT-Initiative

Bei der Yasuní-ITT-Initiative ging es um ein Projekt, in dessen Rahmen internationale Geldgeber – insbesondere die reicheren Industrieländer, die bis heute vom Erdöl profitieren - Ecuador für die Nichtförderung von Erdöl im Nationalpark Yasuní, genauer: in den Ölfeldern Ishpingo, Tambococha und Tiputini (ITT) entschädigen sollen.

Ecuadors Präsident Rafael Correa machte das Vorhaben auf der UN-Vollversammlung 2007 der Weltöffentlichkeit bekannt und schlug vor, auf die Förderung von geschätzten 846 Millionen Barrel Öl (welche 20 Prozent der gesamten Ölvorräte Ecuadors ausmachen) aus den ITT-Ölfeldern des Yasuní Nationalparks zu verzichten. Als Gegenleistung fordert Ecuador die Hälfte des erwarteten Erlöses, der sich auf 7,2 Milliarden US-Dollar beläuft.

Die Zerstörung eines der wertvollsten Regenwaldgebiete der Erde steht im absurden Verhältnis dazu, dass die Gesamtmenge der in ca. 13 Jahren geförderten Menge von 846 Millionen Barrel Öl gerade einmal den Verbrauch der ganzen Welt für ungefähr 10 Tage deckt!

Das im Zuge der Initiative zu schützende Gebiet beherbergt drei Ölförderblöcke: Ishpingo, Tambococha und Tiputini, die ihm den Namen ITT geben. Im Vergleich zu der Fläche von 9820 Quadratkilometern des gesamten Yasuní mutet der ITT-Bereich mit seinen 1795 Quadratkilometern nur als kleines Teilstück an, das von der Brandschatzung und völligen Zerstörung rings herum bewahrt werden würde.

Es geht jedoch um weit mehr als den Schutz dieses einzigartigen Fleckens Regenwald. Gerade weil weite Teile der Amazonaslandschaft, vor allem auf peruanischer Seite, der Ölindustrie geopfert wurden, steht die ITT-Yasuní-Initiative für eine Umkehr im aktuellen Wirtschaftsgebaren; dafür, dass die Welt auch anders kann als ihre schönsten und wertvollsten Ökosysteme zu zerstören. Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung Ecuadors ist für den Erhalt von Yasuní-ITT.

Aber Ecuador ist ein armes Land und lebt bis heute vor allem vom Erdöl. Deshalb geht es um viel Geld, aber um noch viel mehr: Die ITT-Initiative ist auch ein Signal für eine weltweite Diskussion um eine Gesellschaft ohne Raubbau an der Natur und ein Leben ohne fossile Energien, der Post-Erdöl-Gesellschaft.

Mit der Idee vom Buen Vivir, dem Guten Leben, geben Menschen aus der Zivilgesellschaft Ecuadors und Lateinamerikas der westlichen Welt einen Denkanstoß, das Konsum- und Wachstumsmodell zu hinterfragen und nach nachhaltigen Lösungen für die Welt von heute und morgen zu suchen.

Die UNO hat deshalb einen Treuhandfonds eingerichtet.