Unser Netzwerk

Besucher

440584

Die Yasuní-ITT-Initiative ist globaler Klimaschutz - und das gleich dreimal

Die Yasuní-ITT-Initiative ist für den Klimaschutz aus folgenden drei Gründen wichtig:

Erstens ist der Regenwald die Grüne Lunge der Welt. Im Regenwald werden gigantische Mengen Kohlenstoff gebunden und in einen Kreislauf geführt, die bei einer Vernichtung der Wälder unsere Atmosphäre mit Klimagasen wie Kohlendioxid u.a. belasten. Wo statt des Regenwaldes dann nur noch erodierter Boden übrigbleibt und Agro-Monokulturen folgen, geht von diesen Flächen auf Dauer eine zusätzliche Belastung für unser Klima aus.

Hier wird kein Kohlenstoff mehr gespeichert, sondern stattdessen energieintensiver Chemiedünger eingesetzt, der sowohl bei der Herstellung als auch beim großflächigen Einsatz besonders klimaschädliche Gase freisetzt (Kohlendioxid, Lachgas ...). Auch eine Klimaveränderung durch Aussetzen des tropischen Regens hätte fatale Folgen für Land und Menschen, die die Bodenfruchtbarkeit und damit die Ernährungssicherheit im Lande dauerhaft gefährdet.

Das oft geäußerte Argument, ein Regenwald wäre kein Beitrag zur Bindung von zusätzlichem Kohlendioxid, da er ein geschlossenes System sei, wo Abgabe und Speicherung von Kohlendioxid sich die Waage halten, ist vor diesem Hintergrund absurd - wenn man bedenkt, welche dramatischen Auswirkungen auf das lokale und globale Klima die Zerstörung dieses intakten Klimasystems hat. Außerdem gibt es neuere Ergebnisse aus der Waldforschung, wonach ein Naturwald mit Baumriesen und langsam verrottendem Totholz ein wachsender Kohlendioxidspeicher ist. 

 

Zweitens: Durch den Erhalt des Regenwaldes bleibt das nicht geförderte Öl im Boden, wird nicht weiterverarbeitet und verbrannt und so als Kohlendioxid emittiert. Somit können CO2-Emissionen in Höhe von ungefähr 407 Millionen Tonnen vermieden werden, inklusive der Emissionen, die durch die Einrichtung, den Betrieb und den Transport solcher Großanlagen entstehen. Auch die nicht erfolgte Versiegelung von Flächen durch Straßen, Produktionsanlagen und Siedlungen schützt das Klima, da die natürliche Regenwaldvegetation im Gegensatz zum toten, versiegelten Boden den Klimakreislauf stabilisiert.


Das Argument, es ließe sich mit moderner Technologie sauber Erdöl fördern, ohne dass große Flächen des betroffenen Regenwaldes zerstört werden, ist ebenso absurd. Bekanntermaßen zieht eine einmal in den Wald geschlagene Trasse und Straße automatisch Holzfäller, Siedler und andere nach sich, wie es die bittere Erfahrung überall in Amazonien leider gezeigt hat.

Wie ein wachsender Baum neue Zweige immer länger, immer dichter bildet, wird ein Trassen- und Straßenbaum innerhalb von rund 10 Jahren das gesamte Gebiet erschlossen haben. Dies würde sich kaum verhindern lassen, denn in diesen riesigen Gebieten ist eine Überwachung auf Dauer nur schwer realisierbar. Einmal geschaffene Fakten wie die Zerstörung und Abholzung von Gebieten und illegale Siedlungen und illegale Holzfirmen lassen sich nur sehr schwer oder überhaupt nicht rückgängig machen, wie die tägliche Praxis in Amazonien leider gezeigt hat.

Auf einem Luftbild der NASA ist sehr gut zu erkennen, wie die großen Straßen quer durch Amazonien bereits heute zur Zerstörung des Regenwaldes beitragen. Hinzu kommen neue geplante große Straßen.

Drittens können Projekte zum Energiesparen und dem Aufbau regenerativer Energien in Ecuador gefördert und somit alternative Arbeitsplätze, die sozial und umweltverträglich sind, geschaffen werden. Damit würden - trotz einer nachhaltigen Verbesserung der Situation der Menschen im Lande - die nationalen Kohlendioxidemissionen Ecuadors nicht zunehmen.

Im Gegenteil: So können diverse aus dem Fonds geförderte Umweltprojekte nochmals ca. 820 Millionen Tonnen CO2 über einen Zeitraum von 30 Jahren einsparen helfen! Dies käme vor allem den Menschen, die heute in den Gebieten leben, zugute.

Amazonien ist durch den Klimawandel ganz besonders bedroht

Der heute spür- und messbare Klimawandel bedroht Amazonien und damit auch das amazonische Tiefland Ecuador ganz besonders. Die NASA hat mit Untersuchungen und Luftbildern sehr eindruckvoll gezeigt, dass die Vegetation Amazoniens schon heute dramatisch unter zunehmender Trockenheit leidet als Folge des Klimawandels.

Dies ist auf der NASA-Website auf einem Luftbild von ganz Amazonien zu sehen. In 2010 gab es seit 109 Jahren die schlimmste Dürreperiode: "Between July and September 2010, severe drought gripped the Amazon Basin. The Negro River, a tributary of the Amazon, reached its lowest level in 109 years of record-keeping, and uncontrolled fires spread a pall of smoke over the drying basin." Auch die Auswirkungen zeigt die NASA auf: "Such a decline could have a far-reaching impact. Tropical forests, particularly the Amazon, are one of Earth’s great storage basins for carbon. The forests remove carbon dioxide from the atmosphere and turn it into plant matter. If some of the tropical forests dry out under a changing climate, they release the carbon stored in the rotting wood of dead trees into the atmosphere where it can contribute to even more warming."

Wird es den Regenwald in Amazonien in 20 Jahren nur noch auf Fotos und in Bilderbüchern geben?

Auf einem weiteren Luftbild der NASA ist zu sehen, wie die Vernichtung von Regenwald für Agrarnutzungen (meist Monokulturen wie gentechnisch verändertes Soja, Mais u.a. für den Futtermittelexport und "Bio?-"diesel) sowie für Rinderhaltung, Erölförderung und Rohstoffgewinnung voranschreitet. Dies geschieht sowohl durch Feuer als auch durch großflächige Abholzungen.

Wenn wir heute also über Amazonien reden, geht es darum, die letzten natürlichen immergrünen Regenwälder zu erhalten! Es geht um die grüne Lunge unserer Erde! Das betrifft jeden von uns und vor allem kommende Generationen!