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23. bis 25. Juni - Indigene zu Gast in Hannover

Das Yasuní-Bündnis Deutschland lädt ein: Drei junge Amazonasbewohner/innen berichten über ihr Leben im Regenwald, ihrem Verhältnis zur Natur, deren Bedeutung für ihr kulturelles Selbstverständnis und ihr Verhältnis zu einer Welt, die sich auf immer aggressivere Weise Zugriff auf ihre Rohstoffe sichert. So plant die ecuadorianische Regierung, noch in diesem Jahr 300 Millionen Hektar intakten Primärwaldes des Amazonasgebietes, Lebensraum von sieben verschiedenen Bevölkerungen und Sprachgruppen, durch Förderlizenzen an transnationale und nationale Ölfirmen freizugeben. Eine tatsächliche Mitbestimmung durch die betroffenen Bevölkerungen nach international festgeschriebenem Recht (z.B. ILO-Konvention 169) hat bisher nicht stattgefunden.

Die Delegation berichtet auf ihrer Reise durch Deutschland von ihrem alltäglichen Kampf für ihre Rechte und fordert eine umfassende Beteiligung der indigenen Völker an Entscheidungen über die Nutzung ihres Landes. Gleichzeitig geben sie uns Denkanstöße für Veränderungsprozesse bezüglich einer globalen Gesellschaft „nach dem Erdöl“ und fordern uns auf, gemeinsam Verantwortung für die Zukunft unseres Planeten zu übernehmen. Sumak Kawsay, das „Gute Leben“, ist eine mittlerweile international viel diskutierte Anregung lateinamerikanischer Indigener, die unsere gemeinsame kulturelle, soziale und wirtschaftliche Zukunft nur im Einklang mit der Natur und in solidarischem Miteinander sehen. Unsere Konsum- und Wachstumsideologie sind demgegenüber ein Auslaufmodell und für die jungen Menschen in Amazonien keine Lebensperspektive. Sie wollen in ihren Gemeinden eigene Entwicklungspläne mit umweltgerechter Nahrungsmittelproduktion und Ökotourismus entwerfen. Der Regenwald soll dabei in seiner lebendigen Vielfalt erhalten bleiben und den Bewohner/innen, ihren Kulturen und Sprachen einen friedlichen Lebensraum bieten.

Die drei Botschafter/innen ihrer Kultur sind interessiert an vielseitigen Gesprächen. Sie sind mit viel Schwung und Lebensfreude, gleichzeitig aber auch mit guter medialer Vernetzung authentische Gesprächspartner für einen Dialog über gesellschaftliche Perspektiven – ohne moralischen Zeigefinger.

Frau Jiyunt Uyunkar Kaniras (Achuar), geb.19.2.1988
Jiyunt kommt aus der Amazonasgemeinde Washirpas in der Provinz Pastaza, 45 min. Flugzeit von der Kleinstadt Puyo entfernt. Durch ihre Mitarbeit in der Kapawi Ecolodge, die mittlerweile von den Achuar in Selbstverwaltung betrieben wird, hat Jiyunt Grundkenntnisse in Englisch und Erfahrungen mit ausländischen Besuchern im Regenwald.
Als einzige junge Frau möchte sie auf der Reise als eine Art Botschafterin für alle Frauen sprechen, ihre Anliegen und Interessen vertreten.

Herr Ernesto Olger Jencham Sandu (Shuar), geb. 30.11.1986
Olger ist mit 26 Jahren der älteste Teilnehmer und hat schon viel Erfahrungen als Jugendvertreter seines Volkes, der Shuar. Er engagiert sich für politische und kulturelle Themen. Er möchte an Alternativen zur Ölförderung mitarbeiten und so die kulturellen Werte sowie seine Sprache verteidigen.

"Yanda" Lenin Francisco Montahuano Ushigua (Zapara) geb. 15.01.90
Yanda lebt in der Kleinstadt Puyo und arbeitet als Radioreporter. Zurzeit wird sein Programm beim Sender der Stammesgruppe “Woarani” ausgestrahlt. Yanda musste in den letzten Wochen öfter den Sender wechseln, weil seine kritischen Beträge der Regierung nicht gefielen. Yanda gehört zum Stamm der Zapara, einer Volksgruppe, die durch die UNESCO als Weltkulturerbe geschützt ist. Für Yanda ist es eine schwierige Situation, weil die Zapara als kleine Volksgruppe im dünnbesiedelten Regenwald schnell durch Manipulation und Korruption der Petrodollar gespalten wurden. Mit großer Leidenschaft hat er ein Netzwerk aufgebaut und nutzt das Internet als Plattform, um seine Themen erfolgreich zu präsentieren.

Organisiert wird die Delegationsfahrt von der Fundación Pachamama, dem Centro de Derechos Económicos y Sociales CDES.

Kontakt in Deutschland für die Reise:
Yasuní-Bündnis Deutschland/Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen VEN,
Christian Cray cray@ven-nds.de tel. 05121-999 28 05
BUND Region Hannover: Sibylle Maurer-Wohlatz

7. Mai 2013 Hannover: Konzert für Amazonien - Stimmen-Klänge-Bilder

Wir laden Sie herzlich zu der Konzert-Collage "Konzert für Amazonien" ein.
Erleben Sie mit uns einen unvergesslichen Abend mit leidenschaftlicher Musik,
zauberhaften Bildern, persönlichen Reflexionen und Zeugnissen rund um das
Thema "Regenwald".  Das Konzert von Grupo Sal findet am 7. Mai um 19:00 Uhr in Hannover in der Lister Matthäuskirche statt. Hier der Flyer zum Download.

Abadio Green spricht über den kulturellen Lebensraum Regenwald, die Lebensweise seines Volkes der Tule und den Widerstand gegen die wirtschaftliche Ausbeutung. Zusammen mit Thomas Brose werden Perspektiven und Lösungswege zum Thema Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit erarbeitet und aufgezeigt. Der Live- Projetionskünstler Mehrdad Zaeri zaubert wundervolle Bilder und Formen auf die Leinwand. Die Musiker von Grupo Sal begeistern die Zuschauer mit ihrer pulsierenden Leichtigkeit.

15.11.2012 Hannover - "Der Texaco Prozess und die Frende de Defensa de la Amazonia"

Alle Freundinnen und Freunde des Regenwaldes sind am 15. November 2012 18.00 Uhr im Bürgersaal des Neuen Rathauses in der Landeshauptstadt Hannover zu einem hochinteressanten Vortrag mit anschließender Diskussion eingeladen. Wilmer Menenes aus Ecuador wird über den  Texaco-Prozess und die Frente de Defensa de la Amazonia berichten. Die Frente ist ein Zusammenschluß von 30.000 Einwohnern der Erdölförderregion im Osten Ecuadors – Indigene und zugewanderte mestizische Siedler - und mehrerer regionaler Menschenrechtsorganisationen, die den Ölkonzern Texaco 1993 in einem Musterprozess verklagt haben, die Umweltschäden auf 1,5 Millionen Hektar im Amazonasgebiet, für die er verantwortlich ist, wieder zu beheben. Es geht um die größte Umweltverschmutzung, die je ein Ölkonzern angerichtet hat; der Prozess ist damit der größte Prozess in der 3. Welt gegen einen Ölkonzern aus dem Norden. Sein Ausgang wird beeinflussen, wie ernst künftig Ölkonzerne die nationalen Umweltgesetze und Menschenrechte in den  Förderländern zu nehmen haben. Mehr

Die Folgen der Erdölförderung zeigen im Umkehrschluß, welche Bedeutung die Yasuni ITT Iniative hat als Alternative zur Natur zerstörenden und vergiftenden Ölförderung in Amazonien.  Ein kurzer Film wird über den Hintergrund berichten.

Wilmers Interesse ist es, dass wir ihm und der Frente helfen, das ChevronTexaco endlich das Urteil anerkennt und Entschädigung zahlt. Ein kurzer Film wird über den Hintergrund berichten.

Wilmer Menenes (Foto)  ist  Anwalt wie Pablo Fajardo, der Wortführer im Texaxo-Prozess und hat einen Bachelor in Sozialwissenschaften und ein Diplom als "Technologo Pedagogico en Informatica". Silke Lunnebach vom Klimabündnis Frankfurt wird ihn begleiten.

Podiumsdiskussion „Ist Yasuní noch zu retten?“

Mit Jorge Jurado, dem Botschafter Ecuadors, diskutierten am 21.2.2012 VertreterInnen der Zivilgesellschaft über die Zukunft der Yasuní-Initiative Ecuadors, bei der es darum geht, auf eine Erdölförderung im Nationalpark Yasuní zu verzichten.

Die Diskussion in Hannover im Neuen Rathaus war intensiv und sehr lebendig. Alle Beteiligten waren einhellig der Meinung, dass die Yasuní ITT Initiative Ecudors, das Erdöl im ITT Block 20 im Yasuní Nationalpark im Boden zu lassen und stattdessen einen gerechten finanziellen Ausgleich von der internationalen Staatengemeinschaft für eine ökologische Wende zu bekommen, eine neue Perspektive zum klimaschädlichen und umweltzerstörenden Erdölförderung in einem der weltweit bedeutendesten Regenwaldgebiete ist. Besonders positiv wurde betont, dass Ecuador dabei auf 50 Prozent der Einnahmen selber verzichten will, was für ein armes Land ein deutliches Signal an die Welt ist.

Kritisiert hingegen wurde, dass es mittlerweile deutliche Hinweise gibt, dass Ecuador direkt angrenzend an den ITT Block im Block 31 im Herzen des Yasuní Nationalparks plant, Ölkonzessionen zu vergeben. Das würde das ITT Projekt unglaubwürdig machen. Stattdessen sprachen sich sowohl TeilnehmerInnen des Podiums als auch viele Gäste dafür aus, die ITT Iniative auf den Block 31 zu erweitern. Fachlich spricht vor allem dafür, dass die wissenschaftlichen Untersuchungen zur Artenvielfalt vor allem in diesem Bereich gemacht wurde, der aufgrund seiner sehr vielfältig strukturierten Natur und Landschaft besonders wertvoll ist und den ITT Block mit der "unberührbaren Zone" verbindet, die heute bereits einen besonders hohen Schutzstatus hat und in der noch untaktierte Völker leben. Nur großflächige Bereiche sichern auf Dauer das Überleben der in ihnen lebenden Völker und sind als Ökosystem in sich stabil. Regenwaldrelikte hingegen werden von allen Seiten "aufgefressen" und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie zerstört sein werden.

Zum Hintergrund: Im Jahr 2007 hat Präsident Correa von Ecuador der Weltgemeinschaft vorgeschlagen, auf die Hälfte seiner Öl-Einnahmen im ITT-Feld im Yasuní-Nationalpark zu verzichten – wenn die Weltgemeinschaft für die andere Hälfte dieser „Stilllegungsprämie“ bezahlt. Den Hauptanteil sollen die Länder mit dem weltweit höchsten CO2-Ausstoß zahlen: Deutschland nimmt den 6. Rang in dieser wenig erfreulichen Hitliste ein. Die UNO unterstützt das Anliegen; ein internationaler Fonds kontrolliert die zweckgebundene Verwendung der Einnahmen für regenerative Energien, Aufforstung und Sozialprojekte in Amazonien. Das Besondere: Auf dem Ölfeld steht der artenreichste Regenwald der Welt im amazonischen Tiefland im Yasuní Nationalpark. Dieser historische Plan, ein Ölfeld noch vor seiner Ausbeutung stillzulegen, droht jedoch zu scheitern, wenn nicht innerhalb kurzer Zeit genug Geld aufgebracht werden kann. Aufgrund der inzwischen offiziellen Absage Deutschlands (entgegen früherer Zusagen), in den Treuhandfonds einzuzahlen, arbeiten das Agenda 21-Büro der Stadt Hannover, der BUND, der Verein Transition Town, der VEN, Janun und zahlreiche andere Organisationen in Hannover und bundesweit daran, selbst Geld einzusammeln. Es wurden bereits 7000 Euro in den UNDP Treuhandfonds vom Yasuní-Bündnis eingezahlt!
Besonders aktiv waren Schulen in der Region Hannover, die erstaunlich viel gesammelt haben, um den Regenwald zu retten.

Es diskutierten mit Jorge Jurado, Botschafter Ecuador:
Silke Lunnebach, Klima-Bündnis e.V.
Christian Cray, Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen, VEN
Silvia Hesse, Agenda 21-Büro der Landeshauptstadt Hannover
Sibylle Maurer-Wohlatz, BUND
Moderation: Conrad von Meding
Veranstalter: Yasuní-Netzwerk und Agenda 21-Büro der Landeshauptstadt

Käthe-Kollwitz Schule in Hannover sammelt für Yasuní

Schülerinnen und Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule in Hannover, die vor kurzem aus Ecuador zurückgekehrt sind, unterstützen die Yasuní-Spendenaktion, indem sie an ihrer Schule von allen 7 Cent sammeln. Der Auftakt dazu war am 8. November gemeinsam mit Vertretern des Yasuní-Bündnis Hannover vor der Schule mit einer Riesen-7-Cent Münze, die symbolisch dafür steht, was jede Person aus Deutschland bis Ende 2011 spenden müsste, um den Yasuní-Regenwald für der Vernichtung zu schützen. Die Schülerinnen und Schüler hoffen, dass viele weitere Schulen aktiv werden, um den artenvielfältigsten Regenwald der Welt zu erhalten. Die Zeit drängt: Bis Weihnachten muss das Geld auf dem UNO-Treuhandsfonds eingezahlt werden, sonst werden Anfang 2012 Erdölkonzessionen für das Gebiet vergeben!!!! Mehr dazu in der Pressemitteilung vom November 2011

Schülerinnen und Schüler der Schiller-Schule Hannover sammeln für Yasuní

Bis Weihnachten 2011 haben die Schülerinnen und Schüler der Schiller-Schule sagenhafte 810 Euro für Yasuní gesammelt. Und es sollen jetzt sogar noch mehr Euros sein... wir sind gespannt und gratulieren. 

Yasuní-ITT – Wir interessieren uns für unsere Zukunft

"Das Yasuní-Projekt wurde in unserem bilingualen Biologieunterricht als Teil des Themas „Green House Effect“ (Treibhauseffekt) vorgestellt und von uns besonders unter dem Aspekt des Vorsorgeprinzips (Precautionary principle), das Teil unseres internationalen IB-Curriculums ist, näher betrachtet. Wir haben uns mit den Inhalten und der Problematik des ecuadorischen Vorzeigeprojekts auseinandergesetzt.

Da die deutsche Regierung ihre Spende kurzfristig zurückgezogen hat, was nicht unsere Zustimmung fand, überlegten wir uns ein eigenes Projekt, um Ecuadors Forderungen zu unterstützen. An der Schillerschule wird schon seit mehreren Jahren Kuchen für die Unterstützung einer Messstation in der Nähe von Tschernobyl verkauft. Schüler und deren Eltern sind deshalb mit Spendenaktionen weitgehend vertraut. Trotzdem wurde von einigen Mitgliedern unseres Bio-Kurses ein Elternbrief verfasst, der die Yasuní-Thematik für jeden verständlich machte und zum Spenden aufrief.

Neben dem Elternbrief haben wir eine Stellwand mit Infos sowie einen kleinen Stand in unserer Pausenhalle aufgebaut. Dort konnten Schülerinnen und Schüler, denen das Problem nicht bekannt war, sich informieren und gleichzeitig spenden. Als Zeichen für die Unterstützung des Projektes haben sich die grünen Silikonbänder mit der Aufschrift „Yasuní-ITT – An Initiative to Change History“ an der gesamten Schule verbreitet. Nach einer Woche sah man sehr viele Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer mit dem Band am Arm durch die Schule laufen.Mit 380 verkauften Bändern und den Spenden hat unser Biokurs bisher 810 € gesammelt, mit denen wir Ecuador unterstützen möchten."

Der bilinguale Biologiekurs der Schillerschule Hannover